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Schutz vor H1N1 Virus

Die Schweinegrippe und die Falldefinition

Falldefinitionen bilden die Basis für die Krankheitsüberwachung durch Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens. Um die die Symptome der Schweinegrippe richtig einordnen zu können, kommt die Falldefinition zur Anwendung. Hierbei werden typische Symptome und Kriterien für die vom H1N1 - Virus ausgelöste Erkrankung zusammengefasst, um eine Abgrenzung zu anderen Erkrankungen zu ermöglichen.

Grundsätzlich wird die Falldefinition in Verdachtsfall, wahrscheinlicher Fall und bestätigter Fall unterteilt. Klinische Symptome und Laborergebnisse, aber auch epidemiologische Kriterien wie Reisetätigkeit, Kontaktpersonen oder geographische Verbreitung werden hierbei jeweils festgehalten.

Besonders bei der Registrierung und Überwachung von Infektionskrankheiten wie der Schweinegrippe kommt die Falldefinition zum Tragen. Gesetzliche Meldepflichten von Krankheiten (Verdacht, Erkrankung oder Todesfall) sind an die Falldefinition geknüpft.

Das H1N1 - Virus und die Fallzahlen

Bis heute wurden weltweit etwa 10.000 Todesfälle registriert, die im Zusammenhang mit dem H1N1 – Virus stehen. Europaweit sind es knapp 1.500, in Österreich etwa 3. Knapp eine halbe Million Schweinegrippe - Infektionen wurden bisher weltweit bestätigt. Das Bild schien sich überall zu ähneln; die meisten Patienten erkrankten nur leicht. Allerdings gab es eine nicht zu vernachlässigende Zahl von sehr schweren und teilweise tödlichen Krankheitsverläufen, wobei auch Personen betroffen waren, die nicht zur Hochrisikogruppe gehören.

Nach den bisherigen Erfahrungen ist das neue H1N1 - Virus bei unter 50-Jährigen aggressiver als es die saisonale Grippe bei der gleichen Altersgruppe ist. Das H1N1 - Virus kann sich dabei tief in der Lunge festsetzen, eine virale Lungenentzündung auslösen und zum Lungenversagen führen. Dennoch verlaufen die meisten Erkrankungen nahezu komplikationsfrei, was jedoch nicht mit einer Verharmlosung einhergehen sollte.

Schweinegrippe - Therapie

Zeigen sich erste Symptomen der Schweinegrippe, sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, da die Therapie mit Virostatika unbedingt zeitig einsetzen muss. Virostatika sind Substanzen, die die Vermehrung von Viren hemmen. Des Weiteren sind eine strenge und lange Bettruhe und eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme unabdingbar. Das Schweinegrippe - Virus ist gegen die Influenza - Mittel Amantadin und Rimantadin resistent. Neuraminidase - Hemmer wie Tamiflu und Relenza zeigen jedoch Wirkung. Diese Stoffe schlagen allerdings nur an, wenn sie innerhalb der ersten 48 Stunden nach den ersten H1N1 - Symptomen eingenommen werden. Vereinzelt gab es auch Fälle, in denen eine Tamiflu - Resistenz bei der Schweinegrippe registriert wurde.

Die Folge - Symptome des H1N1 - Virus unterscheiden sich im Wesentlichen nicht von denen der jährlich wiederkehrenden Influenza. Das hauptsächliche Merkmal ist hohes Fieber. Ein bis zwei, höchstens jedoch vier Tage beträgt die Inkubationszeit.

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO verursacht das H1N1 – Virus in den meisten Fällen eher milde Krankheitsverläufe mit völliger Genesung. Dennoch nahmen in einigen Fällen die vom H1N1 – Virus ausgelösten Folgeerkrankungen einen derart dramatischen Verlauf, so dass intensivmedizinische Maßnahmen notwendig wurden. Selbst Todesfälle auch bei Jüngeren waren zu beklagen. Bisher gesunde junge Erwachsene können ein sehr heftiges Krankheitsbild an den Tag legen.

Celvapan gegen das Virus

Die Kommission der Europäischen Union hat 2009 den insbesondere in Österreich eingesetzten Impfstoff Celvapan gegen das Schweinegrippe – Virus ( A / H1N1 ) zugelassen. Ende Oktober wurde in Österreich mit der Impfung gestartet. Begonnen wurde mit medizinischem Personal, später wurde die Impfung auf Risikogruppen ausgedehnt. Bei der Impfung wurde auf den in Deutschland verwendeten Impfstoff Pandemrix verzichtet.

Celvapan kommt ohne Wirkverstärker, sogenannte Adjuvanzien, aus. In Celvapan ist der Virus - Stamm A / California / 7 /2009 ( H1N1 ) enthalten. Die hier verwendeten Viren werden in Säugetierzellen gezüchtet und unterscheiden sich auf diese Weise von anderen Grippeimpfstoffen, die aus Hühnereiern gewonnen werden. Pandemrix kann mehr Nebenwirkungen hervorrufen als Celvapan. Am häufigsten wurden Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen und Reaktionen an der Injektionsstelle sowie Fieber oder Müdigkeit beobachtet.

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